Arbeitnehmende

Allgemeines

Familienzulagen sind Sozialleistungen, die durch den Arbeitgeber bezahlt werden. Sie sollen dazu für den Unterhalt der Kinder aufzukommen.
Sie umfassen :

  • Kinderzulagen;
  • Zulagen für die berufliche Ausbildung;
  • Geburts- oder Adoptionszulagen (einmalig).

Der Anspruch auf Familienzulagen entsteht und erlischt mit dem Lohnanspruch. Der jährliche Bruttolohn muss mindestens der Hälfte der vollen Jahresmindestaltersrente, d.h. CHF 7'110.00, oder mehr entsprechen. Erzielt eine Person einen geringeren Lohn, gilt sie als nichterwerbstätig.
Bei einem Arbeitsunterbruch infolge von Krankheit oder Unfall besteht der Anspruch auf Familienzulagen während des laufenden und der drei darauffolgenden Monate weiter.
Jedes Kind mit Vater oder Mutter, die Gehalt beziehen, kann nur eine Zulage auslösen. Mit andern Worten, das gleiche Kind berechtigt nicht zu mehr als einer Zulage der gleichen Art.
Ist ein Arbeitnehmender für mehrere Arbeitgebende tätig, richtet die Ausgleichskasse desjenigen Arbeitgebers, bei welchem er hauptsächlich tätig ist, die Zulage aus. Im Zweifelsfall wird dies der Arbeitgebende sein, der den Hauptteil des Lohnes auszahlt.
Wenn der geschiedene Elternteil, dem das Kind zugesprochen wurde, keine unselbständige Erwerbstätigkeit ausübt, geht der Zulagenanspruch auf den anderen Elternteil über, sofern dieser eine unselbständige Erwerbstätigkeit ausübt. Erzielt auch dieser kein Einkommen aus unselbständigerwerbender Tätigkeit, wird die Zulage an den Elternteil ausbezahlt, der für Alimente aufkommen muss.

Familienzulagenregister

Im Familienzulagenregister sind die Informationen über Familienzulagen zentralisiert, die nach schweizerischem Recht für Kinder mit Wohnsitz in der Schweiz oder im Ausland ausgerichtet werden. Sein Zweck ist primär mit Transparenz zu verhindern, dass für ein Kind mehrfach Familienzulagen bezogen werden. Im Weiteren soll es den Durchführungsstellen den Vollzug des Familienzulagengesetzes (FamZG) erleichtern und dem Bund und den Kantonen als Auskunftsstelle dienen.

Vollen Zugang zum Register haben ausschliesslich die Durchführungsstellen und deren Aufsichtsbehörden. Die Öffentlichkeit hat über Internet einen beschränkten Zugang zum Register (siehe untenstehende Link). Für die Abfrage, ob und von welcher Stelle für ein Kind eine Familienzulage ausgerichtet wird, müssen die Versichertennummer der AHV und das Geburtsdatum des Kindes angegeben werden. Diese Abfragemöglichkeit erfüllt ein sozialpolitisches Anliegen : Es kommt immer wieder vor, dass der anspruchsberechtigte Elternteil die Familienzulage nicht an den Elternteil weiterleitet, bei dem das Kind lebt, obwohl er gesetzlich dazu verpflichtet wäre, oder dass Eltern die Familienzulagen nicht für die Bedürfnisse ihrer Kinder verwenden. In diesen Fällen wird die Internetabfrage den betroffenen Elternteilen und mündigen Kindern erleichtern, zu ihrem Recht zu kommen.

Kinderzulagen

Kinderzulagen werden für jedes Kind unter 16 Jahren ausbezahlt. Sie wird bis Alter 20 ausbezahlt, wenn das Kind wegen Krankheit keine Erwerbstätigkeit ausüben kann und noch keine ganze IV-Rente bezieht.
Eine Zulage steht zunächst der Person zu, welche die Obhut über das Kind hat. Sie kann aber auch an den Inhaber der elterlichen Gewalt oder an Personen ausbezahlt werden, die zur Hauptsache für den Unterhalt des Kindes aufkommen.
Die Zulagen betragen im Monat :

  • CHF 220.00 für das erste und zweite Kind;
  • CHF 250.00 für das dritte und alle weiteren.

Nur vollständige Zulagen werden bezahlt.

Zulagen für berufliche Ausbildung

Für Personen zwischen 16 und 25 Jahren, die studieren oder eine berufliche Ausbildung absolvieren, gibt es eine Zulage für berufliche Ausbildung von CHF 80.00 nebst der Grundzulage.
Studierende oder Erwachsene in Ausbildung können verlangen, dass ihnen die Zulage persönlich ausbezahlt wird, wenn sie vom Anspruchsberechtigten nicht unterstützt werden.

Geburts- und Adoptionszulagen

Die Geburtszulage wird für jedes Kind ausgerichtet, das lebend oder nach mindestens 23 Wochen Schwangerschaft geboren wurde und vorausgesetzt, dass die Mutter seinen Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthaltsort in der Schweiz in den neun Monaten vor der Geburt des Kindes hatte. Die Adoptionszulage wird für jedes minderjährige Kind ausgerichtet, das zur späteren Adoption aufgenommen wird. Keinen Anspruch gibt die Adoption des Kindes der Ehefrau oder des Ehemannes.

Ein Betrag von CHF 1'200.00 wird bei der Geburt oder bei der Adoption eines Kindes ausgerichtet.

Spezialfälle

Haben mehrere Personen für das gleiche Kind Anspruch auf Familienzulagen nach eidgenössischem Recht, so steht der Anspruch in nachstehender Reihenfolge zu :

  1. der erwerbstätigen Person;
  2. der Person, welche die elterliche Sorge hat oder bis zur Mündigkeit des Kindes hatte;
  3. der Person, bei der das Kind überwiegend lebt oder bis zu seiner Mündigkeit lebte;
  4. der Person, auf welche die Familienzulagenordnung im Wohnsitzkanton des Kindes anwendbar ist;
  5. der Person mit dem höheren AHV-pflichtigen Einkommen aus unselbständiger Erwerbstätigkeit;
  6. der Person mit dem höheren AHV-pflichtigen Einkommen aus selbständiger Erwerbstätigkeit.

Richten sich die Familienzulagenansprüche der erst- und der zweitanspruchsberechtigten Person nach den Familienzulagenordnungen von zwei verschiedenen Kantonen, so hat die zweitanspruchsberechtigte Person Anspruch auf den Betrag, um den der gesetzliche Mindestansatz in ihrem Kanton höher ist als im anderen.

Die Kassen können Familienzulagen verweigern, wenn die Abstammung eines Kindes in der Schweiz nicht anerkannt wurde oder wenn das Kind im Ausland wohnt und gleichzeitig der gesuchstellende Arbeitnehmende nicht zu seinem Unterhalt beiträgt.

Berechnung der Prioritätsreihenfolge

Antrag

Der Antrag muss an die Ausgleichskasse für Familienzulagen des Kantons Neuenburg, Fbg de l'Hôpital 28, 2001 Neuchâtel gerichtet werden oder über unser ePortal.

Merkblatt

Weitere Informationen finden Sie im Merkblatt der Informationsstelle AHV :